Titel:
Schrader Motor-Chronik, Bd.86, NSU Lambretta und NSU Prima
Bezug auf Kategorie: Übersicht/Chroniken/NSU
Zwei aufregende Italienerinnen machten die Deutschen in den 50ern verrckt. Die eine, Gina Lollobrigida, sorgte mit ihren Filmen (und ihren Formen) fr volle Kinos. Die andere, Signorina Lambretta, verdrehte (mit ihren Formen) 1950 auf der Frankfurter Automobilausstellung Mnnern ebenso wie Frauen den Kopf. Nur handelte es sich bei der fraglichen Dame um kein Geschpf aus Fleisch und Blut, sondern um einen exquisiten Motorroller, hergestellt vom frheren Flugzeugbauer Innocenti in Turin. Es war der Motorrad-Hersteller NSU, der die Lambretta ber die Alpen holte und sie als Lizenzbau in Neckarsulm produzierte. Wie die Schwaben den Roller zum Renner machten, schildert jetzt Peter Schneider in seinem Buch 'NSU Lambretta - Prima, 1950-1964', das im Stuttgarter Schrader Verlag erschienen ist. Unterm Blech des 'NSU-Lambretta-Autorollers', wie das Gefhrt offiziell hie, steckte jede Menge technisches Know-how. Vor dem Hinterrad sa ein Flachkolben-Zweitakter mit 4,5 PS und 125 Kubikzentimetern, der fr 70 Stundenkilometer gut war und sich mit zwei Litern Benzin auf 100 Kilometer begngte. Die Straenlage des Rollers war erste Sahne, die Federung schluckte selbst grobe Schlaglcher. Die NSU-Konstrukteure begngten sich allerdings nicht damit, die Original-Lambretta einfach nachzubauen. Sie spendierten ihr zum Beispiel ein Armaturenbrett mit beleuchtetem Tachometer, einen abschliebaren Handschuhkasten, ein Sicherheitslenkschlo und ein Reserverad. Das hoch heraufgezogene Vorderteil bot Schutz gegen Straenschmutz. Mit einem Autoroller, so die NSU-Werber, konnte man 'im besten Anzug zu einer Besprechung und im schnsten Kleid in die Stadt fahren; man steigt aus wie aus einem schnittigen Kabriolet.' Da sich auch Roller wie die 1955 eingefhrte Luxus-Lambretta und die mit ppigem Chrom-Zierat ausgestattete 'Prima' in diesem Buch von ihren besten Seiten zeigen, kommt freilich nicht von ungefhr. Denn Peter Schneider stellt alle Fahrzeuge durch aufwendige Reprints der Original-Prospekte, Verkaufsbroschren und Betriebsanleitungen des Herstellers vor. 1959 beendete NSU brigens das Kapitel Lizenzbau und stellte mit der 'Prima Fnfstern' (Prima V) eine eigene Entwicklung auf die Rder - den gediegensten Roller, der je in Neckarsulm vom Band lief. Ausgefeilte Bildtexte informieren den Leser ber Produktion und Technik von Lambretta & Co. Im ersten Kapitel resmiert Peter Schneider die Entwicklungsgeschichte der NSU-Roller, die es bis zum Stop der Produktion im Jahr 1964 auf 278.974 Exemplare brachten. Im Anhang finden sich die wichtigsten technischen Daten smtlicher Autoroller. Die Daten der NSU-Maxima allerdings wird man hier vergeblich suchen. Das Sportfahrzeug wurde noch vor der geplanten Prsentation auf der IFMA im September 1960 zurckgezogen. Die Zeit des Rollers war nmlich endgltig abgelaufen. Der deutschen liebstes Kind mute jetzt auf vier Rdern rollen.
Preis: 12.00 Euro
Motorbuch Verlag Pietsch
Hier bei Amazon bestellen